Null-Zwei gegen S Null Vier

Tja, beim Einlaufen der Mannschaften hatte Werder noch den Schlüssel zum Sieg:

SVW und S04 beim Einlaufen ins Stadion mit Fan-Choreographie in der Ostkurve

Die erste Halbzeit war auch recht überzeugend, Nur: Es wurde versäumt, vor dem Tor zwingend zu agieren und ein, zwei Tore zu erzielen. Stattdessen führten dann nach der Pause zwe individuelle Abwehrfehler, im Grunde zwei Vorlagen für den Gegner, zunächst zum 0:1 durch Draxler und dann zum 0:2, nach dem Werders Bemühungen spürbar nachließen. Schade, hier war deutlich mehr drin. Mindestens ein verschenkter Punkt, der hoffentlich in der Endabrechnung nicht fehlen wird!

Meine kleine Werder-Historie (erster Teil)

Seit vielen, vielen Jahren bin ich nun schon Werder-Fan. Meine am längsten zurückliegende und für mich heute noch wirklich greifbare Erinnerung an Werder ist das Tor aus einem Einwurf von Uwe Reinders gegen Jean-Marie Pfaff. Ich habe dieses Tor damals als kleiner Junge vor dem Fernseher in der Sportschau gesehen, und war ganz begeistert, weil auch alle um mich herum wegen dieses kuriosen Ereignisses so aus dem Häuschen waren. :-)

Der verschossene Elfmeter von Michael Kutzop 1986 und die am letzten Spieltag verschenkte Meisterschaft sind der zweite Angelpunkt meiner frühen Erinnerungen an den SV Werder, die mir bis heute auch emotional erhalten geblieben sind.

Und da drei Mal Bremer Recht ist, nenne ich auch noch das dritte Ereignís, ein gefühlsmäßig sehr stark verankertes Erlebnis. Da war ich dann auch schon ein paar Jahre älter, und noch viel verrrückter nach dem SVW als ohnehin schon. Dementsprechend intensiv sind auch meine Erinnerungen an damals, ich bekomme immer noch Gänsehaut, wenn ich die Augen schließe und mich virtuell in diese Zeit zurückfallen lasse: Es geht um das 6:2 gegen Spartak Moskau im November 1987.

Ich glaube, es ist das stärkste emotonale Ereignis, das ich aus meiner Kindheit mit dem SVW verbinde, noch mehr als die Meisterschaft 1988. Zumindest habe ich sie nicht so intensiv in Erinnerung. Vermutlich, weil dieses Spiel einfach so phänonemal war. Weil es etwas ist, das man nicht alle Tage erlebt. Viele Spiele, so wie auch dieses, habe ich aber “nur” am TV mitbekommen. Zum einen, weil ich in den ersten Jahren noch kein so großer Junge war, als dass ich alleine in Stadion gekonnt hätte (so Werder-begeistert wie ich war zu dieser Zeit niemand in meinem Umfeld), zum anderen wohnte ich weiter von Bremen entfernt.

Das erste Mal im Stadion war ich übrigens am 14. Mai 1988 bei der 1:4 Heimniederlage gegen den HSV nach der bereits zuvor gesicherten Meisterschaft. Die Stadion-Atmosphäre begann für mich also mit einer Niederlage. Da war ich schon etwas enttäuscht, aber die gewonnene Meisterschaft konnte mich darüber hinwegtrösten. :-)

Seitdem war ich immer wieder mal live dabei, rückblickend allerdings zu selten. In den vergangenen Jahren (so seit ca. 2009) habe ich Werder vor allem in den abstiegsrelevanten Spielen live begleitet, und es war in den zurückliegenden Spielzeiten leider zu oft knapp genug. Jedes Mal war ich bei Saisonende ungalublich erleichtert, und hoffte stets darauf, das in der Folgesaison nicht noch einmal durchmachen zu müssen. Wenigstens gesichertes Mittelfeld. Erstmal, um sich zu stabilisieren. Aber daraus wurde nichts.

Diese Saison ist es gefühlt am schlimmsten. Vor allem die Rückrunde ist katastrophal. Doch es steckt genügend Potential in der Mannschaft, um aus den verbleibenden Spielen noch ausreichend Punkte zu holen. Dabei will ich Werder unterstützen, und ich möchte meine Gedanken und Gefühle dazu hier dokumentieren, in einem Blog, das ich eigentlich schon Jahre früher hätte eröffnen können. :-)

Los geht’s mit dem Spiel am Samstag gegen Schalke, für das ich mir ein Unentschieden ausrechne. Der Punkt wäre sehr wichtig. Ich bin gespannt, wie es weitergeht, und werde so oft wie möglich live dabei sein.